Besuch beim Wohnungsunternehmen Amberg

21. Juni 2019

Das Wohnungsunternehmen Amberg plant ihren Wohnungsbestand am Eisberg grundlegend zu sanieren. Die 420 Wohnungen, die zwischen 50 und 90 Jahre alt sind, sollen nach der zwölfjährigen Umbauphase weitgehend barrierefrei, altengerecht, aber auch CO2-neutral sein. Grund genug für die SPD-Fraktion im Amberger Stadtrat sich näher über diese mutige Baumaßnahme zu informieren. Im Dezember 2018 hatte bereits der Amberger Stadtrat einstimmig die Förderungsfähigkeit beschlossen. Doch nun kann man auf der Homepage des Wohnungsunternehmens Folgendes lesen:

wohnen

„Aus Gründen, die sich unserer Kenntnis entziehen, ist jedoch ein pragmatischer Vollzug des Beschlusses durch die Verwaltung der Stadt Amberg und damit einhergehend eine proaktive Unterstützung unserer Projektziele derzeit noch nicht erkennbar.“ (Quelle: https://www.wu-amberg.de/genossenschaft/bauen-im-bestand/modernisierung-eisberg.html)

Auf Nachfrage der Fraktionsvorsitzenden Birgit Fruth erklärte Dieter Gerl, der geschäftsführende Vorstand des Wohnungsunternehmens, dass der notwendige Förderungsantrag bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) durch die Stadt Amberg gestellt werden muss. Dies ist aber in den vergangenen sechs Monaten bisher nicht geschehen. Man wolle im Frühjahr 2020 damit beginnen, die ersten Wohnungen zu sanieren. Daher sei Eile geboten.

Birgit Fruth zeigte ihr Unverständnis über die Untätigkeit der Bauverwaltung. „Der Amberger Stadtrat hat ein klares Votum für diese Maßnahme abgegeben. Aber die Verwaltung verzögert eine Maßnahme für mehr Klimaschutz.“ Die SPD-Fraktion hat Herrn Gerl nochmals ihre volle Unterstützung zugesagt. Man werde beim Oberbürgermeister auf eine schnelle Antragstellung bei der KfW durch die Bauverwaltung drängen.

Neben der Sanierung des Altbestandes ist ein weiteres Projekt des Wohnungsunternehmens schon voll im Gange. Auf dem Grundstück des ehemaligen Supermarktes in der Plechstraße und auf der Fläche des ehemaligen Garagenhofes begann bereits der Aushub für einen Neubau. Dort entstehen 15 barrierefreie Wohnungen und eine Tiergarage. Diese Baumaßnahme zeichnet sich durch eine sinnvolle Nachverdichtung mit einem maßvollen Flächenverbrauch aus. Dem zunehmenden Flächenfraß wird so entgegengewirkt. Der Mietpreis beträgt einkommensabhängig zwischen 4,80 Euro und 6.00 Euro, und liegt somit deutlich unter dem Amberger Mietspiegel. „Das Thema „Altersarmut“ nehmen wir sehr ernst.“ so der Vorstand des Wohnungsunternehmens. „Wir wollen bezahlbaren Wohnraum für ältere Bürger schaffen.“

Birgit Fruth zeigte sich erfreut über die Tätigkeit dieses genossenschaftlichen Wohnungsunternehmens. „In Zeiten eines erheblichen Wohnungsmangels sollte wieder mehr auf das genossenschaftliche Modell bei der Errichtung von bezahlbaren Wohnraum zurückgegriffen werden.“

Teilen